Aber was ist schon eine Nacht? Ein kurzer Raum, vor allem, wenn sich die Dunkelheit so bald verdunkelt, und so bald ein Vogel singt, ein Hahn kräht, oder ein schwaches Grün wie ein sich drehendes Blatt in der Mulde der Welle aufblüht. Doch auf die Nacht folgt die Nacht. Der Winter hält ein ganzes Bündel von ihnen bereit und verteilt sie gleichmäßig, mit unermüdlichen Fingern. Sie verlängern sich, sie verdunkeln sich. Einige von ihnen halten klare Planeten in die Höhe, Platten von Helligkeit. Die Herbstbäume, verwüstet wie sie sind, nehmen den Glanz zerfledderter Fahnen an, die in der Düsternis kühler Kathedralenhöhlen brennen, wo goldene Buchstaben auf Marmorseiten den Tod in der Schlacht beschreiben und wie Knochen weit weg in indischem Sand bleichen und brennen. Die Bäume des Herbstes glänzen im gelben Mondlicht, im Licht des Erntemondes, dem Licht, das die Energie der Arbeit mildert, die Stoppeln glättet und die Wellen blau ans Ufer plätschern lässt.

Auteur: Virginia Woolf

Aber was ist schon eine Nacht? Ein kurzer Raum, vor allem, wenn sich die Dunkelheit so bald verdunkelt, und so bald ein Vogel singt, ein Hahn kräht, oder ein schwaches Grün wie ein sich drehendes Blatt in der Mulde der Welle aufblüht. Doch auf die Nacht folgt die Nacht. Der Winter hält ein ganzes Bündel von ihnen bereit und verteilt sie gleichmäßig, mit unermüdlichen Fingern. Sie verlängern sich, sie verdunkeln sich. Einige von ihnen halten klare Planeten in die Höhe, Platten von Helligkeit. Die Herbstbäume, verwüstet wie sie sind, nehmen den Glanz zerfledderter Fahnen an, die in der Düsternis kühler Kathedralenhöhlen brennen, wo goldene Buchstaben auf Marmorseiten den Tod in der Schlacht beschreiben und wie Knochen weit weg in indischem Sand bleichen und brennen. Die Bäume des Herbstes glänzen im gelben Mondlicht, im Licht des Erntemondes, dem Licht, das die Energie der Arbeit mildert, die Stoppeln glättet und die Wellen blau ans Ufer plätschern lässt. - Virginia Woolf<


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